Terrasse

Kiesterrasse anlegen: günstig, wasserdurchlässig und flexibel

Eine Kiesterrasse ist eine günstige, wasserdurchlässige und flexible Belagslösung: Auf einem tragfähigen, verdichteten Unterbau liegt ein Unkrautvlies und darüber die Kies- oder Splittdecke. Eine Randeinfassung hält den Kies in Form, Trittplatten schaffen feste Gehflächen. Sie versickert Regenwasser natürlich, ist aber weniger stabil für Möbel und muss gelegentlich nachgefüllt und von Laub befreit werden.

Terrasse mit Kiesbelag
Günstig und wasserdurchlässig – die Kiesterrasse versickert Regen ganz natürlich. · Foto: Amanda Slater from Coventry, West Midlands, UK / Wikimedia Commons · CC BY-SA 2.0

Nicht jede Terrasse muss aus teuren Platten oder Dielen bestehen. Die Kiesterrasse ist die günstige, unkomplizierte Alternative: Ein knirschender Kiesbelag wirkt natürlich, lässt Regenwasser versickern und ist schnell angelegt. Sie hat allerdings ihre Eigenheiten – wer sie kennt, entscheidet, ob der lose Belag zur eigenen Nutzung passt.

Der Aufbau

Eine Kiesterrasse ist von unten nach oben aufgebaut:

  1. tragfähiger Unterbau aus verdichtetem Schotter,
  2. Unkrautvlies, das Bewuchs verhindert und Kies vom Unterbau trennt,
  3. Kies- oder Splittdecke als sichtbare Oberfläche,
  4. Randeinfassung, die den Kies in Form hält.

Dieser Aufbau macht die Fläche tragfähig und zugleich wasserdurchlässig. Der tragfähige Untergrund ist auch hier die Basis.

Das Unkrautvlies

Ein kleines Bauteil mit großer Wirkung: Das Unkrautvlies verhindert, dass Unkraut von unten durchwächst, und trennt den Kies vom Unterbau, sodass er nicht einsinkt und sich nicht mit Erde vermischt. Es ist wasserdurchlässig und behindert die Versickerung nicht. Ohne Vlies wächst schneller Unkraut durch – das Vlies erleichtert die Pflege enorm.

Der große Vorteil: Wasser versickert

Das stärkste Argument der Kiesterrasse ist ihre Wasserdurchlässigkeit: Regenwasser versickert direkt durch die Kiesschicht in den Boden, statt oberflächlich abzulaufen. Das entlastet die Entwässerung und ist ökologisch sinnvoll, weil das Wasser dem Grundwasser zugeführt wird – eine versiegelte Fläche entfällt weitgehend.

Die Schwäche: Stabilität

Der lose Kies hat einen Nachteil: Er gibt unter Möbelbeinen und Stuhlbewegungen nach, sodass Tisch und Stühle wackeln oder einsinken. Abhilfe schaffen eingelegte Trittplatten oder feste Platten unter dem Sitzbereich. Für schwere Möbel und häufiges Verrücken ist die reine Kiesfläche weniger geeignet als ein fester Belag.

Pflege

Die Pflege ist überschaubar: gelegentlich Kies nachfüllen und ebnen, Laub entfernen (sonst verrottet es und nährt Unkraut) und das wenige durchkommende Unkraut auszupfen. Solange das Vlies intakt ist, bleibt der Aufwand gering.

Typische Fehler

  • kein Unkrautvlies, Unkraut wächst durch
  • Unterbau nicht verdichtet, Kies sinkt ein
  • keine Randeinfassung, der Kies läuft aus
  • schwere Möbel ohne Trittplatten aufgestellt

Fazit

Die Kiesterrasse ist die günstige, natürliche und wasserdurchlässige Belagslösung: Auf einem verdichteten Unterbau sorgen Unkrautvlies und Kiesdecke für eine Fläche, die Regenwasser versickern lässt und schnell angelegt ist. Eine Randeinfassung und Trittplatten geben Halt, die Pflege ist überschaubar. Ihre Grenzen liegen bei Stabilität und Ebenheit – für schwere Möbel und barrierearme Nutzung ist ein fester Belag besser. Wer den lockeren, versickernden Charakter schätzt, findet in der Kiesterrasse eine reizvolle, preiswerte Lösung.

Häufige Fragen

Wie ist eine Kiesterrasse aufgebaut?

Von unten nach oben: ein tragfähiger, verdichteter Unterbau aus Schotter, darauf ein Unkrautvlies, das Bewuchs von unten verhindert und Kies vom Unterbau trennt, und darüber die Kies- oder Splittdecke als sichtbare Oberfläche. Eine Randeinfassung hält den Kies in Form. Dieser Aufbau macht die Terrasse tragfähig und zugleich wasserdurchlässig, sodass Regenwasser versickern kann.

Warum ein Unkrautvlies verwenden?

Das Unkrautvlies unter der Kiesschicht verhindert, dass Unkraut von unten durchwächst, und trennt den Kies vom Unterbau, sodass er nicht einsinkt und sich nicht mit Erde vermischt. Es ist ein wasserdurchlässiges Geotextil, das die Versickerung nicht behindert. Ohne Vlies wächst schneller Unkraut durch und der Kies vermischt sich mit dem Untergrund. Das Vlies erleichtert die Pflege erheblich.

Ist eine Kiesterrasse wasserdurchlässig?

Ja, das ist einer ihrer größten Vorteile: Regenwasser versickert direkt durch die Kiesschicht und den Unterbau in den Boden, statt oberflächlich abzulaufen. Das entlastet die Entwässerung und ist ökologisch sinnvoll, weil das Wasser dem Grundwasser zugeführt wird. Eine versiegelte Fläche mit Ablauf entfällt weitgehend. Die Wasserdurchlässigkeit ist ein zentrales Argument für die Kiesterrasse.

Ist eine Kiesterrasse für Möbel geeignet?

Nur eingeschränkt. Der lose Kies gibt unter Möbelbeinen und Stuhlbewegungen nach, sodass Tisch und Stühle wackeln oder einsinken können. Abhilfe schaffen eingelegte Trittplatten oder feste Platten unter dem Sitzbereich, die eine stabile Standfläche bieten. Für die reine Kiesfläche ohne feste Elemente sind schwere Möbel und häufiges Verrücken weniger geeignet als auf einem festen Belag.

Wie pflegt man eine Kiesterrasse?

Mit gelegentlichem Nachfüllen von Kies, dem Entfernen von Laub und dem Auszupfen des wenigen durchkommenden Unkrauts. Laub sollte regelmäßig entfernt werden, weil es sonst verrottet und einen Nährboden für Unkraut bildet. Der Kies verteilt sich mit der Zeit und muss ab und zu geebnet und ergänzt werden. Insgesamt ist die Pflege überschaubar, wenn das Unkrautvlies intakt ist.

Wo liegen die Grenzen einer Kiesterrasse?

Der lose Belag ist weniger stabil und eben als feste Platten oder Dielen, weniger geeignet für schwere Möbel ohne Trittplatten und lässt sich schlechter mit Rollstuhl oder Kinderwagen befahren. Laub und Verschmutzung sammeln sich im Kies. Für eine ebene, stabile und barrierearme Fläche ist ein fester Belag besser. Als günstige, natürliche und versickernde Lösung hat die Kiesterrasse aber ihren festen Platz.

Redaktioneller Hinweis

Dieser Beitrag wurde von der Redaktion Raumfundament erstellt und zuletzt am geprüft. Genannte Preise sind Orientierungswerte und hängen von Region, Fläche, Material und Objektzustand ab.

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